"EIN PROSIT MIT ELWENER WACHOLLER" Als 1897 durch Heinrich und Peter Meyer aus Elben eine Dampfund Kornbranntbrennerei mit ihren Erzeugnissen auf die Kraft der Natur, setzte gab es erstmals in der Region offiziell eine Art Naturmedizin, die nicht zuletzt von Alten und Kranken, ja sogar auf ärztlichen Rat, hoch geschätzt war. Der klare Schnaps, sorgfältig hergestellt mit bodenständigen Zutaten aus heimischer Natur, entsprach genau dem Geschmack der Bevölkerung des Gebhardshainer Landes. Fleischige Beeren der Wacholderzapfen bewährten sich bereits als Uromas Hausmittel. Sie wirkten Schweiß- und Harntreibend bei Blasenleiden, Rheuma und Gicht. Allzu gerne bedienten sich Arbeiter in feuchten Bergwerken und Steinbrüchen dieser gesundheitlichen Aspekte. Nicht selten wurde "Elwener Wacholler", der auf der Grundlage von Wacholderbeerenöl und des bis heute streng gehüteten uralten Rezeptes gebrannt wurde, frühmorgens einfach so ins Kaffeeblech gefüllt. Erst als die "gesundheitsbewussten" Kameraden vor Ort immer gesprächiger wurden, flog alles auf. Ein beliebtes Wacholder-Argument von Steinbrucharbeitern um die Jahrhundertwende war auch der Hinweis an die Ehefrau, die neue "Medizin" eigne sich in großen Schlucken gegen Steinstaub. Auch stand bei Bauern, Bergleuten, Bahnarbeitern oder Hüttenmännern der Wunsch nach Ausgleich am Feierabend, nach schwerer Schicht, im Vordergrund. Sie wollten im Kreise von Freunden die Sorgen des Alltags ein wenig vergessen. Das Gebhardshainer Rautenwappen, das von Wacholderbeeren umrankt ist, ziert auch heute noch "Meyers Wacholder". |