DER BAUERNGARTEN
Die Wurzeln des Bauerngartens reichen zurück bis ins Ende der Jungsteinzeit (ca. 4.000 bis 1.800 v. Chr.). Im Gegensatz zum freien Feldanbau wurden im Garten besonders wertvolle, empfindliche Pflanzen angebaut.Von einigen Pflanzen kannte man wohl die heilenden, berauschenden und giftigen Wirkungen, wobei einige der damals bekannten Heilpflanzen auch später in den Gärten angebaut wurden, damit sie bei Erkrankung von Mensch und Vieh sofort zur Hand waren. Die Römer brachten ihre Gartenkultur zuerst in den linksrheinischen Raum. Bis ins 13. Jhd. waren die Benediktiner in vielen Bereichen entscheidend tätig u.a. auch im Gartenbau.
Durch den zahlreichen Kontakt zu den Klöstern lernten die Bauern des Mittelalters die mustergültige Anlage eines Gartens kennen. Der Zwang zum sparsamen Umgang mit fruchtbarem Gartenland führte zu der genialen Lösung, alle vier klösterlichen Gartentypen in einem einzigen Garten zu vereinen. Dieser Bauerngarten, so wie er sich bis zum heutigen Tag in zahlreichen traditionellen Varianten erhalten hat, kombiniert auf kleiner Fläche Formgebung (Wegekreuz, Betonung des Mittelpunktes), Obstgehölze, Gemüse, Kräuter und Blumen. Die Landfrauen des Bezirkes Flammersfeld legten im Jahre 2002 einen Bauerngarten am Raiffeisenhaus an. In der Mitte gibt es zwei gleichgroße Gemüsebeete und ein Kräuterbeet und rundum ein Blumenbeet. Ein alter Obstbaumbestand ist angrenzend vorhanden. Die Wege wurden mit einer wassergebundenen Decke befestigt. Nach alten Vorbildern wurden die Beete mit einer niedrigen Buchsbaumhecke eingefaßt. Im Mittelalter und darüber hinaus galt der Buchs als teufelsaustreibend. Entscheidend geprägt wird der Bauerngarten durch eine „bunte“ Mischkultur der verschiedenen Gemüsearten. Ein wesentliches Element des Gartens sind Blütenpflanzen. Farbe, Geruch,Wuchs und Blütenform sind für die Anordnung im Garten entscheidend. Am Kopfende des Gartens hat eine kleine Sitzecke ihren Platz gefunden. Die Landfrauen haben mit ihrem unentgeltlichen Einsatz und durch Zusammentragen von Stauden, Ziersträuchern, Gartengeräten und anderen Dingen entscheidend zum Gelingen dieses Objektes beigetragen und werden es durch gemeinsame Pflege auch erhalten.